Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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Wohnungslüftungen brauchen Wartung

NZZdomizil, Haus und Technik, Othmar Humm beschäftigt sich mit mangelnder Wartung von Lüftungsanlagen und fehlenden Serviceverträgen. Trotz vielen Vorteilen werden erst ca. 1/3 der Wohnungen mit einer Komfortlüftung ausgerüstet. Tendenz steigend.

Etwa 100 000 Wohnungen in der Schweiz sind mit einer Lüftungsanlage ausgerüstet, gut 2 Prozent der insgesamt 4,2 Millionen Einheiten (2013). Ein völlig anderes Zahlenverhältnis ergibt sich im Neubau: Ungefähr ein Drittel der 2012 erstellten rund 45 000 Wohnungen werden gemäss Energie-Cluster über eine mechanische Anlage belüftet. Damit entfallen rund drei Viertel der installierten 20 000 Anlagen auf den Neubau, der Rest auf Erneuerungen von Bauten. Mit weiterem Zuwachs ist zu rechnen. Energie-Cluster schätzt die jährliche Steigerungsrate im Markt der Wohnungslüftung auf 5,5 Prozent, Interconnection spricht von fast 10 Prozent.

Feuchte als Risiko

Doch der Boom wird periodisch von negativen Presseberichten begleitet. Wohnungsnutzer klagen über störende Geräusche oder zweifeln an der Hygiene der Einrichtung. Zwar gibt es einschlägige Untersuchungen, beispielsweise jene der Hochschule Luzern (HSLU) zum Hygienezustand von Lüftungen. Doch die Resultate sind derart vielgestaltig, dass Gegner wie Befürworter dieser Art der Lufterneuerung zu ihrer Botschaft passende Zahlen zitieren können. In der Vielfalt der dokumentierten Mängel sind allerdings zwei Brennpunkte auszumachen: Kondenswasser und Filter.

Wenn warme Aussenluft in Lüftungsrohren über kühle Kellerräume zur Lüftungsanlage strömt, fällt zumeist Kondenswasser an. Zum Problem wird das Wasser erst, wenn es im System liegenbleibt, z. B. in der «Tasche» eines uneben verlegten Luftkanals oder in den Rillen flexibler Rohre. Je nach Temperaturverhältnissen kann sich harmloses Kondenswasser aufgrund der Keime zu einem gesundheitlichen Risiko entwickeln. Betroffen von diesem Effekt sind vor allem Erdregister, die im Winter zur Vorwärmung der Frischluft und damit zur Frostsicherung der Lüftungsanlagen dienen. Im Sommer, so ein Argument der Werbung, hat das Erdregister einen kühlenden Effekt auf die Zuluft. Just diese Kühlung sei vielfach die Ursache von stehendem Wasser in Lüftungsrohren, mahnt Dominique Helfenfinger von der Minergie-Agentur Bau. «Erdregister empfehlen wir deshalb nur noch in grösseren Objekten, allenfalls mit Wasserablauf.» Um das Lüftungsgerät im Winter trotzdem vor Vereisung zu schützen, ist eine Vorwärmung der Frischluft notwendig, was die Energieeinsparung der Lüftungsanlage geringfügig reduziert.

Wo ist der Filter?

Stehendes Wasser in Leitungen zu verhindern, gehört zu den Pflichten des Planers und des Installateurs. Der Einfluss des Hausbesitzers beschränkt sich, abgesehen von der Wahl der Lieferanten, auf die Wartung der Anlage. Dass diese Arbeiten häufig vernachlässigt werden, zeigt die erwähnte HSLU-Studie. In über der Hälfte der Anlagen waren Filter eingebaut, die nicht der Richtlinie entsprechen (SWKI VA 104-01). Was nicht erstaunt, denn lediglich 17 Prozent der Anlagebetreiber wenden diese Richtlinie überhaupt an. Wer sich die Einarbeitung in dieses Fachthema ersparen will, schliesst einen Wartungsvertrag ab. Für Anlagen einzelner Wohnungen oder Einfamilienhäuser liegen die Kosten zwischen 350 und 500 Franken. Darin sind ein Filterwechsel, die Reinigung des Gerätes sowie die Kontrolle der Anlage enthalten – einmal jährlich. Die Servicefachleute überlassen den Hausbesitzern zwei weitere Filter-Sets, so dass sie unter dem Jahr verschmutzte Filter wechseln können. (Die sinnvollen Standzeiten der Filter sind vom Standort der Anlage abhängig.)

Komplizierter als das jährliche «Ritual» an der Dunstabzugshaube in der Küche ist das Einlegen der Filter-Pads jedenfalls nicht. Für Hausbesitzer, die sich nicht selbst um die technischen Anlagen kümmern wollen, bietet der Wartungsvertrag einige Vorteile wie Sicherheit und Hygiene sowie eine in der Regel kompetente Zweitmeinung. Dies bestätigt Martin W. Bänninger, Geschäftsleiter des Vereins Luft- und Wasserhygiene. Die technischen Probleme der Anfangszeit in den 1990er Jahren seien Geschichte, meint Helfenfinger. Abgesehen von Ausnahmen würden Planer und Fachfirmen die einschlägigen SIA-Vorgaben gemäss Merkblatt SIA 2023 einhalten. Dadurch kämen heute betriebssichere und hygienische Anlagen in Betrieb. Thomas Ammann vom HEV kann dies insofern bestätigen, als die Reklamationen von Hausbesitzern tatsächlich abgenommen hätten.

Technik mit Vorteilen

Ein störungsfreier Betrieb verbessert die Sicht auf die vielen Vorteile der Wohnungslüftung: Komfortverbesserung durch kontinuierliche Frischluftzufuhr, Schallschutz aufgrund geschlossener Fenster, Energieeinsparung und Minimierung von Bauschadenrisiken. Denn mit der belasteten Raumluft geht auch viel Feuchte aus der Wohnung, was Kondenswasser an inneren Oberflächen von Aussenwänden verhindert.

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