Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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AHA+L - Lüften und frieren?

Fenster öffnen Zum Coronavirus-Schutzkonzept der Schulen gehört auch das regelmässige Durchlüften der Schulzimmer. "Wir haben es lieber kalt als gar keinen Unterricht" sagt der Präsident der Schülerorganisation. >> Baselstadt im Blick-TV: Abstand ohne Masken, AG mit 2.25 m2/Schüler
Bitte warm anziehen. Aber Achtung: Durchzug und kalte Temperaturen können zu Erkältungen führen. Auch der Aussenlärm kann je nach Standort der Schule stören. Es gilt auch nicht unnötig Wärme durchs Fenster zu verlieren. Deshalb besser CO2 messen und unter 1400 ppm bleiben.
>> Für D-Schulen gilt konkret AHA+L  alle 20 Minuten 5 Min. lüften.

D-Umweltbundesamt: Fensterlüftung wirksamster Weg zu virenarmer Luft

Das Umweltbundesamt (UBA) hat für die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Handreichung zum richtigen Lüften in Schulen erarbeitet. Darin geben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen, wie sich mit richtigem Lüften in Schulen das Risiko reduzieren lässt, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. „Kern unserer Empfehlung ist, Klassenräume regelmässig alle 20 Minuten für etwa fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern zu lüften“, so UBA-Präsident Dirk Messner. pdfAuch zu Luftreinigern und anderen technischen Geräten gibt das UBA Empfehlungen. Die KMK hatte das UBA im Rahmen eines Fachgesprächs am 23.09.2020 zum Thema „Lüften in Schulräumen“ gebeten, die Handreichung zu erstellen. Sie wird nun über die Länder an alle Schulen in Deutschland verteilt.

Dirk Messner: „Wo viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, kann sich das Virus in der Luft anreichern. Lüften ist die einfachste und wirksamste Maßnahme, um Viren aus der Luft in Klassenzimmern zu entfernen. Unsere Handreichung soll den Schulen helfen, richtig und möglichst effektiv zu lüften. Einen hundertprozentigen Schutz bietet Lüften natürlich nicht. Auch die weiteren Hygienemassnahmen gemäss den Vorgaben der Länder sind und bleiben wichtig und sollten im Schulalltag beachtet werden.“

Stefanie Hubig, KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin: „Die Handreichung bietet Handlungssicherheit für alle an Schule Beteiligten und ich freue mich, dass wir sie nun allen Ländern, Schulträgern und Schulen zur Verfügung stellen können. Die Empfehlungen des Umweltbundesamtes zu Luftaustausch und effizientem Lüften beinhalten kurze und präzise Hinweise, warum, wann und auf welche Weise gelüftet werden soll – und nimmt dabei auch Bezug auf häufig gestellte Fragen. Mit fachgerechtem Lüften leisten wir einen entscheidenden und wirksamen Beitrag zur Reduzierung des Infektionsrisikos durch virushaltige Aerosole in Schulen.“

pdfRichtig lüften im Schulalltag

Neben dem 20-minütlichen Lüften sollte auch in jeder Unterrichtspause gelüftet werden. Zum Lüften sollten alle Fenster weit geöffnet werden (Stosslüften). Nur ein Fenster teilweise zu öffnen oder die Fenster zu kippen reicht nicht aus. Ideal ist das Querlüften, wenn Fenster auf gegenüberliegenden Seiten geöffnet werden können. Sowohl beim Stoßlüften wie beim Querlüften sinkt die Temperatur im Raum nur um wenige Grad ab; wer schnell friert, kann für die Zeit kurz einen Pullover überstreifen. Nach dem Schließen der Fenster steigt die Raumtemperatur rasch wieder an.Mit einfachem Lüften werden neben den potentiell virenhaltigen Aerosolen auch CO2, Feuchte und chemische Stoffe effektiv aus der Luft entfernt. CO2 kann bei zu hoher Konzentration im Innenraum müde machen und zu Konzentrationsschwächen führen. Zuviel Feuchte begünstigt Schimmel. Mobile Luftreiniger können weder CO2 noch Luftfeuchte abführen. Zudem sind sie in der Regel nicht in der Lage, die Innenraumluft schnell und zuverlässig von Viren zu befreien, insbesondere in dicht belegten Klassenräumen. Deswegen sind mobile Luftreinigungsgeräte nicht als Ersatz, sondern allenfalls als Ergänzung zum aktiven Lüften geeignet. Können Räume nicht gelüftet werden, sind die Räume aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht geeignet.

Auszüge aus D-Zeitungen:

Vorgaben in Norddeutschland: alle 20 Minuten

An vielen Hamburger Schulen wird seit Wochen diskutiert, was denn wohl in der kälteren Jahreszeit der beste Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus wäre – dabei kommen auch vielfältige technische Möglichkeiten in Betracht. Doch die Hamburger Schulbehörde hat sich nach einem Austausch mit Hygieneexperten für einen anderen Weg entschieden. Den Schulen wird vorgegeben, dass in etwa in der Mitte einer Unterrichtsstunde eine Durchlüftung der Räume stattfinden muss. „Alle 20 Minuten müssen die Fenster und möglichst auch die Tür auf der Gegenseite oder weitere Fenster für fünf Minuten geöffnet werden“, sagte Bildungssenator Ties Rabe am Dienstag. Die Experten hätten auch eine Lüftung nur alle 45 Minuten für möglich gehalten, aber das sei ihm zu unsicher, so der Sozialdemokrat. Deswegen die engere Taktung.

Im Laufe eines normalen Schultags kann das dann rund 15 Mal der Fall sein. Nichts für Frostbeulen und Hypochonder. Jacke an, Jacke aus, frieren, schwitzen, frieren. „Ob das wirklich den erwünschten Nutzen bringt, das weiss aber keiner so genau, es bleibt ein Stochern im Nebel“, sagt Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Lehrerverbandes. Sinnvoller wären seiner Meinung nach Geräte, die die CO2-Konzentration in den Klassenzimmern messen und den Lehrern eine klare Orientierung geben, ab wann sie das Fenster aufmachen müssen.

Zuständig wären die Schulträger, die auch für die Heizung und die Fenster, also die Schulgebäude verantwortlich sind. Bisher hat nur Bayern ein Programm zur Anschaffung und Ertüchtigung von Lüftungsanlagen angekündigt, viele andere sehen sich finanziell ausserstande, den kurzfristigen Bedarf zu stemmen.

Bleibt also nur das Lüften. Lin-Klitzing weiss von Lehrern, die schon passende Musikstücke von entsprechender Dauer aufgespürt haben, um die Lüftungspause zu strukturieren. „Da wird dann gern ,Wind of Change‘ oder die ,Air‘ von Bach abgespielt. Generell muss klar sein, dass das Lüften Unterrichtszeit kostet. Zu beklagen ist, dass es in vielen Kommunen versäumt wurde, im Sommer die Fenster daraufhin zu überprüfen, ob sie sich überhaupt richtig öffnen lassen.“

Das Durchlüften ist oft auch deshalb schwierig, weil die Fenster in höheren Stockwerken nur gekippt werden können, es soll ja keiner hinausfallen. Auch die zahlreichen energetischen Sanierungen von Schulgebäuden in den vergangenen Jahren erweisen sich jetzt dummerweise als problematisch. „Die neu sanierten Gebäude sind so luftdicht, dass überhaupt kein Luftaustausch mehr stattfindet, ausser, die Fenster stehen offen“, sagt Meidinger. Er erwartet, dass auf die Schulträger in diesem Jahr stark steigende Energiekosten zukommen. „Wir heizen ja buchstäblich zum Fenster raus.“

In Berlin wurde bereits ein Stufenplan verabschiedet, der eine schrittweise Rücknahme des Präsenzunterrichts vorsieht, falls die Lage sich weiter verschlechtert. Und Hessen überlegt schon jetzt, Präsenzunterricht in der Oberstufe freiwillig zu 25 Prozent auch digital durchzuführen – wenn Lehrkräfte und Oberstufenkurse das wollen und dafür ausgestattet sind. Der freie Platz könnte dann von den Schülern unterer Klassen genutzt werden. Denn eine Alternative gäbe es zum ständigen Lüften doch noch: weniger Schüler in einem Zimmer.

Anmerkung: Warum nicht Problem anpacken und systematischer Vorgehen???

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