Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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1.8 Mrd in Schulhausbauten

Schulhaus Freilager Immer mehr Kinder: Die Stadt Zürich investiert 1,8 Milliarden Franken in Schulbauten
Wegen des anhaltenden Bevölkerungswachstums sind in Zürich neue Schulhäuser gefragt. Das kostet viel Geld. Neu will die Stadt auch Büro- und Gewerbeflächen anmieten, um sie für die Primar- und Sekundarstufe umzunutzen.
Abstimmung ergab JA: Lieber ein zu kleines Schulhaus als gar keines!

 

Quelle NZZ vom 17.05.19
Eigentlich sollte die Entwicklung ja freudig stimmen. In der Stadt Zürich leben immer mehr Kinder. Für das städtische Schulsystem sorgt das überproportionale Wachstum in dieser Altersgruppe aber für ein Problem: Es mangelt an Schulraum. Das Hochbaudepartement rechnet damit, dass die Anzahl Schülerinnen und Schüler bis ins Jahr 2025/26 auf rund 38 000 ansteigen wird, die Zahl der Klassen auf fast 1900. Das entspricht einer Zunahme von 20 Prozent. Besonders stark ist das Wachstum im Norden und Westen der Stadt (siehe Grafik).

«Ganz grosse Herausforderung»

Der Hochbauvorsteher André Odermatt (sp.) hat am Freitag an einer Medienkonferenz von «einer der ganz grossen Herausforderungen der wachsenden Stadt Zürich» gesprochen. «Innert kurzer Zeit müssen wir für die Volksschule rund 150 000 Quadratmeter Geschossfläche bereitstellen», sagte er. Auf dem ganzen Stadtgebiet würden deshalb bereits heute zahlreiche Neubau- und Erweiterungsprojekte geplant und umgesetzt. Bis ins Jahr 2028 rechnet die Stadt mit Investitionen in der Höhe von 1,8 Milliarden Franken – einerseits für Neubauten und Erweiterungen von Schulhäusern, anderseits für Sanierungen. Die jährlichen Investitionen werden in den nächsten Jahren fast verdreifacht. Weiterhin zum Einsatz werden auch Schulpavillons des Typs «Züri Modular» kommen.

Zumindest zwischen den Zeilen ist im neuen, 30-seitigen Strategiepapier der Stadt zur künftigen Schulraumplanung ziemlich viel Kritik am Vorgehen der letzten Jahre zu lesen. Man habe «mangels Handlungsspielraum» vorhandene Ressourcen «sehr ineffizient durch kurzfristige Massnahmen absorbiert», heisst es da. Dies habe nur vorübergehend Entspannung gebracht. Die Kapazitäten und der politische Wille für effiziente Neubauten hätten hingehen gefehlt. «Solche Fehler möchte ich kein zweites Mal begehen», sagte Odermatt.

Das Quartier durchleuchten

Für die Zukunft hat der Stadtrat ein Bündel an Massnahmen erarbeitet. Neben den zusätzlichen finanziellen Mitteln hat er zum Beispiel eine neue stadträtliche Delegation geschaffen, die sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzt. Dazu gehören Odermatt, Schulvorsteher Filippo Leutenegger (fdp.) sowie Finanzvorsteher Daniel Leupi (gp.). Weiter sollen die bestehenden Schulräume möglichst effizient genutzt und die heutigen Flächenstandards überprüft werden (siehe Interview). Zur besseren längerfristigen Planung werden zudem regelmässig Quartieranalysen durchgeführt. In Altstetten und Hirzenbach habe man diesbezüglich letztes Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht.

Angedacht sind auch originelle Ansätze: Dort, wo dies möglich ist, sollen für Kindergärten und Schulen zum Beispiel leerstehende Büroflächen angemietet werden. Dafür wurde neu eine Expressgruppe («Agila») gegründet, die solche Geschäfte möglichst rasch abwickelt. Als Beispiel nannte Leutenegger das Schulhaus Kappeli in Altstetten. Dort plane man, nahe gelegene Gewerbeflächen für die Sekundarstufe umzunutzen. «Es gibt Situationen, wo dies als mittelfristige Lösung Sinn ergibt», sagte er. Das Geschäft sollte bald in die zuständige Kommission im Stadtparlament kommen.

Noch mehr Pavillons

Balz Bürgisser, grüner Gemeinderat und ehemaliger Kantonsschullehrer, hat sich in den letzten Jahren immer wieder als Kritiker der stadträtlichen Schulraumplanung hervorgetan. Auf Anfrage begrüsst er die Schritte, welche nun unternommen werden. «Nur kommen sie viel zu spät», sagt er. Dass die Schülerzahlen markant zunehmen würden, sei schon seit Jahren absehbar. «Die Zeichen der Zeit wurden nicht erkannt.» Man sei vielleicht eingeschüchtert gewesen wegen der hitzigen Diskussion aus den 2000er Jahren, als es um das angeblich überdimensionierte Schulhaus Im Birch in Leutschenbach ging. «Jetzt gibt es in den städtischen Schulhäusern zu wenig Platz, und es werden weiter Pavillons auf wertvollen Freiflächen aufgestellt.» Ein «Irrsinn» sei dies, kritisiert Bürgisser. Aus pädagogischer Sicht seien solche Freiräume für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unabdingbar. Er empfiehlt generell, bestehende Bauten aufzustocken und Neubauten konsequent grösser zu planen.

Die SVP kritisiert in einer Stellungnahme vor allem die hohen Kosten, welche die städtische Schulraum-Offensive verursacht. Die Investitionssumme von 1,8 Milliarden Franken nennt Gemeinderat Stefan Urech «exorbitant». Parallel dazu werde der Verwaltungsapparat weiter aufgebläht. Die steigende Nachfrage nach Schulraum sei eine Folge der nationalen Einwanderungspolitik. Der grösser gewordene Raumbedarf pro Schüler ergebe sich vor allem aus der flächendeckenden Einführung der Tagesschulen. Die SVP will, dass dafür andernorts gespart wird.

 

>> Die Stadt Zürich hat verschiedene Varianten von Lüftungen erprobt (siehe Punkt 3)

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