Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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Auswertung aus Schulhaussanierung

Giacometti Die Stadt Chur hat im Musterzimmer Giacometti die Sanierung gesamtheitlich geplant, durchgeführt und ausgewertet: Die Mehrkosten mit einer energieoptimierten bzw. integralen Lösung sind ca. 1/3 höher. Damit wird aber nicht nur eine Energieoptimierung erreicht sondern, was auch sehr wichtig ist für ein gutes Schulklima, der Komfort wird mit dem Einbau der Lüftung enorm gesteigert. Betrachtet man nun die dadurch erzielten Energieeinsparungen in Bezug auf Strom und Heizkosten neutralisieren sich diese Kosten bei einer Amortisation von 20 Jahren.

Anforderungen an Schulhaussanierungen

1. Luftqualität

Jedes neu zu erstellende oder zu sanierende Schulzimmer braucht eine CO2-gesteuerte mechanische Belüftung mit Wärmerückgewinnung (min. 600 m3/h Frischluft für 20 Personen; das heisst 30 m3/h,Person), denn von November bis März, sowie Juni bis September können die heute geforderten CO2-Limiten von 1400 ppm in einem Schulzimmer mittels Fensterlüftung, auch bei optimalem Nutzerverhalten, nicht eingehalten werden. Die Lüftungsanlage soll im Sommer auch zum Nachtauskühlen benutzt werden können. Raumbegrenzende Materialien sollen baubiologische Kriterien erfüllen (zum Beispiel: diffusionsfähig und/oder geruchsneutralisierend). Die neuen Brandschutzrichtlinien ermöglichen einfachere Lüftungslösungen. Im Schulhaus Giacometti zeichnet sich der Einbau einer semizentralen Lüftung als die wirtschaftlichste Lösung ab. Bei Sanierungen können aber auch Einzelgeräte, wie im Musterzimmer eine gute Lösung ergeben.

2. Akustik- / Temperaturschwankungen

Bei Neubau und Sanierung von Schulzimmern sollen die Akustikmassnahmen in Kombination mit zusätzlicher Wärmespeichermasse realisiert werden, so kann die Abwärme von Personen und Elektro sowie das Sonnenlicht durch die Fenster besser genutzt werden. Dies kann mit einer massespeichernden Akustikdecke erreicht werden. Bei Schulzimmern mit 200 – 250 m3 Raumvolumen und Vollbelegung ist eine Nachhallzeit von ca. 0.6 s anzustreben. Schulzimmer mit einer Ausrichtung Südost über Süden nach Südwest brauchen mehr Speichermasse als andere Orientierungen (rechnerischer Nachweis erforderlich).

3. Tageslicht- / Kunstlichtnutzung

Ein Normschulzimmer ist meistens dreiseitig geschlossen und hat nur über eine Seite Tageslicht bzw. Fensterfläche. Aufgrund der vorhandenen Raumtiefen und der geforderten Belichtungsstärke von 550 Lux auf den Tischflächen ist ein reiner Tageslichtbetrieb nicht möglich. Energieeffiziente dimmbare Beleuchtungslösungen für optimales und konzentriertes Arbeiten sind nötig. Eine Lichtsteuerung ist nicht nötig. Die einzelnen Beleuchtungsreihen im Raum sollen einzeln, jedoch manuell steuerbar bedient werden können (Dimmfunktion wünschenswert). Die Beleuchtungsreihen sollen parallel zur Hauptfensterfläche verlaufen. Zusätzlich muss eine separate Wandtafelbeleuchtung geplant werden.

4. Sonnenschutz

Schulzimmer brauchen einen möglichst windfesten Sonnenschutz, der auch über Wochenende funktionsfähig bleibt, ein Sonnenschutz sollte einen g-Wert unter 0.1 aufweisen und trotzdem einen Durchblick nach aussen erlauben. Ein robuster Lamellenstoren erfüllt diese Bedingungen. Die Modelle, die oben und unten verschiedene Anstellwinkel der Lamellen zulassen verbessern auch noch die Tageslichtnutzung im Sommer. Denkbar sind auch robuste Ausstellstoren mit opakem, starkem Stoff. Eine Storensteuerung braucht es nur beim Sonnenschutz der Südost über Süden nach Südwest ausgerichtet ist. Zum einen sollen die solaren Gewinne durch die Fenster optimal genutzt werden können. Zum anderen müssen zu tiefe oder zu hohe Innentemperaturen im Raum automatisch geregelt werden können. Der Sonnenschutz kann in den Zimmern von Nordwest über Nord bis Nordost immer als Verdunkelung eingesetzt werden, da dort die solaren Direktgewinne keine Rolle spielen.

5. Blendschutz

Jedes Schulzimmer mit Südost- bis Südwestausrichtung braucht einen inneren Blendschutz. Dieser muss einerseits das eindringende Sonnenlicht an die Decke umleiten können zur besseren Tageslichtnutzung und in der Heizperiode zum Aufladen der Speichermasse in der Akustikdecke. Ebenso muss er als Verdunkelung einsetzbar sein, da in der Wintermonaten der äussere Sonnenschutz gesperrt ist. In der Verdunkelungsstellung sollte die Aussenseite zum Glas eine mindestens mittlere Dunkelheit aufweisen (gemeint ist die Farbe, zum Beispiel mittleres grau), damit die Sonnenstrahlung nicht nach aussen reflektiert wird. Oben und unten muss eine genügend breite Öffnung offen bleiben, dass die sich bildende Warmluft zirkulieren kann.

6. Fenster

Ein Fensterersatz sollte immer wenn möglich zusammen mit einer Fassadensanierung angestrebt werden. Für die optimalsten solaren Direktgewinne sollte ein Fenster im Neubau und auch bei einer Sanierung soweit wie möglich aussen angeschlagen werden. Dies um Verschattungen durch tiefe Leibungen und damit solare Einbussen vermeiden zu können. Bei Ausrichtungen der Fensterflächen von Südost über Süden nach Südwest ist ein g-Wert von mind.0.65 und ein U-Wert von max. 0.8 W/m2K anzustreben. Bei Ausrichtungen der Fensterflächen von Südwest über Nord nach Südost ist der g-Wert nicht so wichtig und es genügt wenn er mind. 0.45 ist. Hingegen spielt der U-Wert eine wichtige Rolle. Der sollte in dem Fall max. 0.5 W/m2K betragen.

7. Fassade

Ein diffusionsoffene kompakte oder hinterlüftete Lösung mit einem U-Wert von höchstens 0.15 W/m2K ist anzustreben.

8. Bestandesaufnahmen bei Sanierungen

Im Falle einer Sanierung ist immer abzuwägen, ob es sich lohnt ein Bauteil zu ersetzen. Der Standpunkt ist: keinen Wert zu vernichten. Energetische Optimierungen mit direkten solaren Gewinnen können auch ohne einer kompletten Fassadensanierung erreicht werden. Die nachfolgende Aufstellung zeigt eine Untersuchung der relevanten Bauteile die eventuell ersetzt werden müssen und jener die noch investiert werden müssen am Beispiel vom Schulhaus Giacometti (Trakte A und B) in Chur. Verglichen werden konventionelle Sanierungsmassnahmen mit energieoptimierten Massnahmen.

pdf>> zum Schlussbericht Musterschulzimmer Giacometti der Stadt Chur

>> Daraus folgte eine professionelle Schulhaussanierung in Rheinau- Chur

>> Informationen über Produkte und ihre Vorteile mit interessantem Videoclip (Josias Gasser Baumaterialien AG, drexel und weiss)

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