Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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Keine Wohnraumlüftung?

Keine Wohnraumlüftung, weil sich selbst Fachleute nicht auskennen???
Bis 2020 müssen Neubauten gemäss EU eine klimaneutrale Bilanz aufweisen. Ohne Wohnraumlüftung ist das kaum zu schaffen. Trotzdem fällt das Lüftungssystem häufig unter den Tisch. Die Gründe sind vielfältig.

Wie sinnvoll ist der Einsatz einer kontrollierten Lüftung?

Dass in die Baukostenkalkulation eine Heizungsanlage gehört, ist heute selbstverständlich. Nicht so um 1950, als Zentralheizungen zum Siegeszug in deutsche Wohnungen starteten. Schliesslich war damals ein Kohle- oder Ölofen billiger. Erst ab den 1970er-Jahren gehörte die zentrale Öl- oder Gasheizung zum Standard im Wohnungsbau. In diesem Umfeld lösten Energieeffizienz und Komfort als klare Vorteile den anfänglich reinen Investitionskostenvergleich ab.

Eine ähnliche Entwicklung wird die Wohnungslüftung erleben. Allerdings bleibt für diesen Wandel deutlich weniger Zeit. Schon 2020, so das von der Europäischen Union verbindlich festgelegte Ziel, müssen Neubauten eine klimaneutrale Bilanz von Energieverbrauch und -erzeugung vorweisen (Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden). Allein diese Vorgabe bedingt eine durch Ventilatoren gestützte Wohnungslüftung vor allem aus zwei Gründen:

  • Eine Bauweise mit sehr geringen Transmissionswärmeverlusten unterbindet den "natürlichen" Luftaustausch über Leckagen in der Gebäudehülle. 
  • Um die geforderte Energieeffizienz zu erreichen, muss die Wärme aus der Fortluft zurückgewonnen werden.

Wohlbefinden - Komfort

In modernen Neubauten verschiebt sich schon heute der Bedarf an Raumwärme hin zu einem steigenden Kühlbedarf. Die Kühlung kann wirtschaftlich und einfach über Wohnungslüftungsanlagen realisiert oder unterstützt werden. Somit wird eine geeignete Lüftungsanlage in Zukunft sowohl für den Wohnkomfort als auch für die Energieeffizienz bedeutsamer sein als die Heizung. Diese Erkenntnis setzt sich allerdings derzeit nur langsam durch. Das ist an den vielen Neubauten erkennbar, die heute nach wie vor ohne mechanische Lüftung geplant werden.

Die Wirtschaftlichkeit richtig bewerten

Um Investitionskosten zu senken, erwarten Bauherren beispielsweise sogar, die Vorgaben der "Lüftungsnorm" so zu rechnen, dass als Ergebnis eine Wohnungslüftung nicht erforderlich scheint. Doch die so vermeintlich eingesparten Gelder übersteigen zusätzliche Ausgaben im Verlauf der Gebäudenutzung um ein Vielfaches. Feuchteschäden an der Bausubstanz, Energieverluste durch intensive Fensterlüftung oder geringere Mieteinnahmen durch mangelhaften Komfort sind nur einige Beispiele.

Dass sich die Wirtschaftlichkeitsfrage einer Wohnungslüftung nicht in erster Linie an der Investition festmachen lässt, zeigt wiederum der Vergleich mit der Heizung. Bei der Wahl einer Heizungsanlage steht ganz selbstverständlich der berechnete Wärmebedarf im Vordergrund. Kein Bauherr würde, nur um Geld zu sparen, eine kosten- oder verbrauchsgünstige Heizung kaufen, die aber nicht die erforderliche Leistung bringt. Ziel ist vielmehr, den berechneten Wärmebedarf so wirtschaftlich wie möglich zu decken. Energieeffizienz und Investitionskosten werden dabei gegeneinander abgewogen. Hinzu kommen dann besondere Komfortansprüche.

Das gleiche Prinzip ist auf die Auslegung von Wohnungslüftungsanlagen anzuwenden. Ausgehend vom notwendigen Mindestluftwechsel in Abhängigkeit der Personenzahl und unter Berücksichtigung der baulichen Voraussetzungen ist das wirtschaftlichste Lüftungssystem zu wählen. Ausserdem sind Komfortansprüche zu beachten, wie Feuchterückgewinnung oder eine Regelung für den CO2-abhängigen Luftaustausch.

 >> 5 Fehler bei der Montage

Quelle: >> haustec.de mit Beschrieb verschiedener Lüftungssysteme
Dieser Beitrag von Kurt Maurer erschien zuerst in SBZ 04/2018. 

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