Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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Die Natur schickt keine Rechnung

Pavan Sukhdev«Alles, an dem kein ­Preisschild dranhängt, scheint uns wertlos. Das ist verrückt und dumm.» z.B. Luft ubiquitär - allgegenwärtig, überall verbreitet?
Wir stossen gerade auf erschreckende Weise an die Grenzen unseres Planeten, die Wirtschaft muss ihr Handeln grundlegend ändern, wir müssen sie radikal umbauen: Naturkapital darf nicht länger kostenlos sein. Nicht Gewinne müssen versteuert werden, sondern der Verbrauch von Ressourcen. 

 Auszug aus TA 28.09.2018

«Die Natur schickt keine Rechnung»

Pavan Sukhdev, der Präsident des WWF, hat seine Karriere als Banker aufgegeben, um die Wirtschaft zu reformieren. Ein Gespräch über alte Anzüge und die Gefahr unheiliger Allianzen.
Mit Pavan Sukhdev sprach Silvia Liebrich

Der Inder Pavan Sukhdev ist ein scharfer Kritiker internationaler Grosskonzerne. Als ehemaliger Topmanager der Deutschen Bank weiss er, wovon er redet. Zuletzt leitete er die Wertpapier- und Handelssparte des Finanzhauses in Indien. Solange seine Zahlen stimmten, sahen es ihm seine Kollegen nach, wenn er in den Ferien tagelang in indischen Wäldern unterwegs und nicht erreichbar war. «Umweltbuchhaltung – das war schon immer mein Hobby, so wie andere Leute wandern oder tauchen», meint Sukhdev. So ging er etwa der Frage nach, was Bienen ökonomisch leisten, wenn sie für Bauern deren Obstbäume bestäuben. Als die EU 2007 einen Leiter für die Studie «The Economics of Ecosystems and Biodiversity» suchte, übernahm Sukhdev die Aufgabe. Mit dieser Forschungsinitiative zur ökonomischen Bewertung von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen wurde er weltweit bekannt. Den Job bei der Deutschen Bank gab er 2008 auf, zugunsten der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature, kurz WWF.

Ein Magazin hat Sie als Schöpfer des modernen indischen Finanzmarktes bezeichnet. Was hat Sie gestört an der Welt des Geldes?


Ich habe mich immer gefragt, warum manche Dinge einen Wert haben und andere nicht. Mir erscheint es bizarr, dass die Natur so viel für uns bereitstellt, das wertvoll ist. Pflanzen, Tiere, frisches Wasser, Lebensraum und vieles mehr. Das ist ein fundamentales Problem der Ökonomie. Die Natur schickt keine Rechnung, und alles, an dem kein Preisschild dranhängt, scheint für uns wertlos. Das ist verrückt und dumm. Die Wirtschaft betreibt Raubbau an der Natur, ohne dafür zu bezahlen. In der Ökonomie bezeichnet man diese Lücke in der Buchhaltung als externe Effekte.

Trotzdem haben Sie als Banker dieses System lange mitgetragen?


Ja, aber ich bin auch Physiker, und in dieser Wissenschaft gibt es keine externen Effekte. Dieser Widerspruch zwischen Ökonomie und Physik hat mich schon in jungen Jahren irritiert. Da habe ich beschlossen, dass ich mich darum kümmern muss. Trotzdem war der ­Ausstieg eine schwere Entscheidung. Ich würde es aber jederzeit wieder tun. Das Wirtschaften neu vermessen, zum Wohl aller, das betrachte ich als meine Aufgabe.

Warum ist ein Umdenken gerade heute denn so nötig?


Wir stossen gerade auf erschreckende Weise an die Grenzen unseres Planeten, die Wirtschaft muss ihr Handeln grundlegend ändern, wir müssen sie radikal umbauen: Naturkapital darf nicht länger kostenlos sein. Nicht Gewinne müssen versteuert werden, sondern der Verbrauch von Ressourcen. Dafür braucht es auch eine neue Generation von Managern, die sich der Gesellschaft verpflichtet fühlt und nicht nur ihren Aktionären.

«Alles, an dem kein ­Preisschild dranhängt, scheint uns wertlos. Das ist verrückt und dumm.»

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