Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

Motion

Erarbeitung Motion Humbel in den Wandelhallen vom BundeshausPolitisches Engagement für die Gebäudetechnikbranche! Nach der Interpellation, dem Auftritt an der Swissbau zum Quo vadis engagiert sich Nationalrätin Ruth Humbel auch für eine Motion unter dem Thema "Gewährleistung von Sicherheit und Hygiene bei raumlufttechnischen Anlagen"! Alle sind aufgerufen, National- und Ständeräte zu sensibilisieren und vom Nutzen einer Annahme zu überzeugen!

Foto von links nach rechts: Herr Stephan Peterhans, Stv. Vorsitzender KGTV, Alfred Freitag, Vizepräsident SVLW, Frau Nationalrätin Ruth Humbel und Herr Harry Tischhauser, Präsident SVLW bei der Erarbeitung der Motion im Bundeshaus  während der Session!!

Eingabe Antrag ist geplant auf Anfangs Mai: 
Der Bundesrat wird beauftragt, gesetzliche Grundlagen zu erlassen, welche schweizweit die Sicherheit und Hygiene raumlufttechnischer (RLT) Anlagen und Geräte einheitlich regelt. Damit sollen die vom Schweizerischen Ingenieur Architekten- Verband (SIA) und Schweizer Wärme- und Klima-Ingenieure (SWKI) herausgegebenen Normen und Richtlinien durchgesetzt werden.

Begründung: 

In der Antwort auf die Interpellation 13.3585, Qualität der Raumluft, erkennt der Bundesrat einen Handlungsbedarf für die Sicherstellung der Raumluft-qualität, welche auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit der Raumnutzer einen grossen Einfluss hat. Infolge strengerer Bauvorschriften zur Erhöhung der Energieeffizienz kommt der Thematik Luftwechsel und Raumklima eine grössere Bedeutung zu. Eine natürliche Durchlüftung genügt oft nicht mehr. Deshalb braucht es vermehrt Lüftungsanlagen, welche die Raumnutzer vor Schadstoffbelastungen, Radongaskonzentrationen und Belastungen mit Milben, etc. schützen. RLT-Anlagen dürfen selber nicht zur Kontaminationsquelle werden. Darum müssen sie richtig geplant und ausgeführt werden. Für die Wartung muss die Zugänglichkeit gewährleistet sein. Die Folgen verschmutzter und verkeimter Anlagen sind weitreichend: Schleimhautreizungen, Unwohlsein, Konzentrationsschwäche, Absenzen am Arbeitsplatz, entzündliche/allergische Erkrankungen etc. Die Vorgaben der Hygiene bei Planung, Installation und Unterhalt ist in Normen und Richtlinien festgeschrieben - deren Einhaltung wird jedoch nicht überprüft, da eine Verbindlichkeit der Normen und Richtlinien fehlt. Studien zeigen, dass die vorhandenen Normen und Richtlinien nicht korrekt umgesetzt werden. Die Untersuchung der Hochschule Luzern (HSLU) «Hygienezustand von Raumlufttechnischen Anlagen in der Schweiz» liefert den Beweis. Von 100 bewerteten Anlagen waren über die Hälfte nicht einwandfrei installiert und gewartet. Die verbindliche Vorschrift für sichere, hygienische RLT- Anlagen ist daher zwingend nötig (z.B. analog Aufzugsanlagen oder Wartung und Nachkontrolle von Motorwagen). Damit vorhandene Branchen-Richtlinien (SIA-Normen und SWKI-Richtlinien an RLT-Anlagen) verbindlich gesamtschweizerisch einheitlich durchgesetzt werden können, braucht es eine gesetzliche Grundlage, idealerweise im Produktsicherheitsgesetz. Eine solche verhindert auch Wettbewerbsverzerrungen. Konzepte und Fachleute für den Vollzug sind vorhanden.

Unterlagen anfragen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Weitere Infos aus Interpellation und Vergleich mit Schweden:

1. Wie wird eine gute Qualität der Raumluft in privaten und öffentlichen Gebäuden gewährleistet?
Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) und der Schweizerische Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren (SWKI) haben verschiedene Normen und Richtlinien betreffend den nötigen Luftwechsel sowie die Planung, Installation, Wartung und Nutzung von RLT-Anlagen herausgegeben (u. a. SWKI VA 101-01:2012, SWKI VA 104-01 2013, SIA 382/1, SIA 180). Die Einhaltung dieser Normen sollte bei Planern und Handwerksbetrieben eingefordert und kann ggf. auch privatrechtlich eingeklagt werden. 2. Genügen die Bau- und Betriebsvorschriften, um eine gute Luftqualität in Innenräumen sicherzustellen, und wie werden sie durchgesetzt? Bei Gebäuden mit Fensterlüftung werden die in den SIA-Normen festgelegten Luftwechsel nicht regelmässig eingehalten, wie Messungen in Aarau, Zürich und Bern gezeigt haben. Wird der Luftwechsel mit einer RLT-Anlage sichergestellt, muss diese in hygienisch einwandfreiem Zustand sein. In einer u. a. vom Bundesamt für Gesundheit unterstützten Forschungsarbeit hat die Hochschule Luzern den Zustand von 100 RLT-Anlagen in der Schweiz bewertet. Die Studie zeigt auf, dass die bestehenden SIA-Normen und SWKI-Richtlinien nicht im erforderlichen Masse beim Einbau und Betrieb von RLT-Anlagen berücksichtigt werden. 

2. Genügen die Bau- und Betriebsvorschriften, um eine gute Luftqualität in Innenräumen sicherzustellen, und wie werden sie durchgesetzt?
Bei Gebäuden mit Fensterlüftung werden die in den SIA-Normen festgelegten Luftwechsel nicht regelmässig eingehalten, wie Messungen in Aarau, Zürich und Bern gezeigt haben. Wird der Luftwechsel mit einer RLT-Anlage sichergestellt, muss diese in hygienisch einwandfreiem Zustand sein. In einer u. a. vom Bundesamt für Gesundheit unterstützten Forschungsarbeit hat die Hochschule Luzern den Zustand von 100 RLT-Anlagen in der Schweiz bewertet... Die Studie zeigt auf, dass die bestehenden SIA-Normen und SWKI-Richtlinien nicht im erforderlichen Masse beim Einbau und Betrieb von RLT-Anlagen berücksichtigt werden.

3. Wie wird die Wartung von technischen Anlagen sichergestellt?
Die Verantwortung hierfür obliegt den Gebäudeverwaltern und -eigentümern, sie ist aber nur in wenigen Gemeinden im Baurecht explizit festgeschrieben. Im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 fordert der Bund die Kantone auf, künftig Vorschriften über den Betrieb gebäudetechnischer Anlagen (inkl. RLT-Anlagen) zu erlassen.

Was machen die Schweden?

Obligatorische Lüftungskontrolle
Das schlechte Raumklima in zahlreichen Wohnungen, Schulen und anderen Räumlichkeiten veranlasste den schwedischen Reichstag und die Regierung 1991 zur Einführung neuer Regelungen für die Funktionsprüfung von Lüftungsanlagen (OVK). Seit Anfang der neunziger Jahre existieren Vorschriften zur Durchführung derselben.

Obligatorische Lüftungskontrolle begünstigt das Raumklima
Ein annehmbares Raumklima ist Teil des nationalen Umweltqualitätsziels "God bebyggd miljö" (Qualitätsbestrebungen im Bauwesen), und hier spielt die Lüftungskontrolle eine wichtige Rolle. Bis zum Jahre 2015 sollen sämtliche Gebäude, in denen sich Menschen oft oder über längere Zeit aufhalten, mit einer dokumentierten funktionalen Lüftung versehen sein. Ebenso wichtig ist es, im Zuge der Lüftungskontrolle Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs für die Lüftung vorzuschlagen, ohne dass das Raumklima beeinträchtigt wird.

Diese fünf Schlüsselbegriffe erläutern die Durchführung der Lüftungskontrolle:

Eigentümer des Gebäudes: Ganz gleich von wem das Gebäude genutzt wird, die Pflicht zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften obliegt stets dem Eigentümer.

Prüfer: Die Funktionsprüfung darf nur durch eine Person mit entsprechender Zulassung und Berechtigung ausgeführt werden.

Prüfungsprotokoll: Bei jeder Prüfung hat der Funktionsprüfer ein Protokoll zu erstellen und die Prüfergebnisse darzulegen. Ein Exemplar des Protokolls hat der Funktionsprüfer dem Eigentümer des Gebäudes auszuhändigen, und ein weiteres Exemplar ist dem Bauamt der Kommune zuzustellen.

Bescheinigung: Der Funktionsprüfer hat eine entsprechende Bescheinigung über die erfolgte Prüfung auszustellen, aus der das Datum der Prüfung hervorgeht. Der Eigentümer des Gebäudes hat die Bescheinigung an gut sichtbarer Stelle im Gebäude, z. B. im Treppenhaus oder am Eingang, anzubringen.

Bauamt: Das Bauamt der Kommune fungiert als Aufsichtsbehörde und überwacht, dass die Regeln eingehalten werden und die Prüfer ihre Tätigkeit korrekt ausführen. Wenn der Eigentümer des Gebäudes die Regeln zur Lüftungskontrolle missachtet oder beanstandete Mängel nicht beseitigt, kann die Kommune auf Grundlage des Planungs- und Baugesetzes (PBL) dem Eigentümer auferlegen, entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

Das neue Planungs- und Baugesetz (2010:900) und die neue Planungs- und Bauverordnung (2011:383) traten am 2. Mai 2011 in Kraft. Infolge des neuen Gesetzes und der neuen Verordnung trat die Verordnung (1991:1273) zur Funktionsprüfung von Lüftungsanlagen ausser Kraft. Stattdessen wurden entsprechende Bestimmungen in das neue Planungs- und Baugesetz (2010:900) (PBL) und in die neue Planungs- und Bauverordnung (2011:338) (PBF) eingebracht. Das Gesetz (PBL) wurde vom Reichstag beschlossen, während die Verordnung (PBF) von der Regierung auf den Weg gebracht wurde.

SVLW als Partner von

 

energie-cluster

SVLW als Partner von

 

bauschweiz.ch

SVLW als Partner von

Gebäude Technik

SVLW als GT-Partner von

KGTV

Schweizerischer Verein Luft- und Wasserhygiene, Geschäftsstelle, Schwyzerstrasse 33, CH-8805 Richterswil | +41 78 907 88 79 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!