Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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152 Personen an Legionellen erkrankt

LegionellenDas Gesundheitsamt des Kreises Soest (zwischen Dortmund und Kassel) hat am 02.09.2013 am Nachmittag die Erkrankung von 152* Menschen bestätigt. Für 36 gibt es einen bestätigten Labor-Legionellenbefund. In den Medien wird von bisher zwei* Männern, die an den Folgen einer durch die Bakterien ausgelösten Lungenentzündung gestorben sind, gesprochen.
*Anmerkung am 24.09.13: 165 Personen; ein dritter Mann starb. 

Die in den Fokus geratene Rückkühl-Anlage wurde stillgelegt und wird von einem Fachunternehmen desinfiziert. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 10 Tagen für Legionollose und ausstehender Laborbefunde kamen trotz Stilllegung der Anlage noch immer Neuerkrankungen hinzu, so dass sich der Kreis Soest für eine Warnung vor Reisen in die Stadt Warstein ausgesprochen hat. Der Bevölkerung wurde der Aufenthalt in geschlossenen Räumen, da dies das Ansteckungsrisiko verringere, empfohlen.                                      >>Quelle: HaustechnikDialog

Medizinische und technische Hintergründe aus >> Quelle: Deutsches Ärtzeblatt

„Gesundheitliche Risiken durch Legionellen werden erheblich unterschätzt“  

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit der Universität Bonn: 

  • Ich glaube, in Deutschland muss ein Umdenken in Bezug auf die Gefahr durch Legionellen erfolgen: Sie werden als Verursacher schwerer Pneumonien erheblich unterschätzt. Gemeldet wurden in den letzten Jahren 630 bis 650 pro Jahr, nach Daten des Kompetenznetzes für ambulant erworbene Pneumonien sind es jährlich 15.000 bis 20.000 Legionellenpneumonien. Die Bevölkerung sollte besser informiert werden.Kausalkette, wird weiter verifiziertÜber das Abwasser der kommunalen Kläranlage wurde der Fluss Wäster belastet, und aus der Wäster entnahm ein weiterer Betrieb ohne Desinfektion Wasser zum Betrieb eines offenen Rückkühlwerkes. Circa 50 Meter entfernt war eine viel befahrene Straße.
  • Aus Wasser des (belasteten) Möhnesees wird Trinkwasser aufbereitet. Ich glaube, es ist nach­vollziehbar, dass dies weitreichende Konsequenzen für die Betreiber von betrieblichen wie kommunalen Kläranlagen, aber auch für den Umgang der Kommunen mit Abwassersystemen haben könnte.

  • Die möglichen Konsequenzen für die Wartung, Überwachung und Sanierung von wasserführenden Systemen wurden schon erwähnt. Hinzukommen müsste aus meiner Sicht, dass für Rückkühlanlagen, die seit langem als potenzielle Verbreitungs- und Infektionsquellen bekannt sind, endlich wie in anderen europäischen Ländern  eine Pflicht zur Registrierung und zur regelmäßigen Untersuchung der Legionellenbelastung im Betriebswasser der Rückkühlwerke einschließlich des verwendeten Rohwassers eingeführt wird, um Wartungen kontrollieren und bei Ausbrüchen Standorte rasch aufsuchen zu können.

Auf jedem Rückkühlwerk müsste ein Warnhinweis stehen: „Achtung!
Bei fehlender Wartung Lebensgefahr für Bevölkerung und Mitarbeiter.“

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