Aktuelle Informationen zur Luft- und Wasserhygiene

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Bauherren sind skeptisch gegenüber Lüftungsanlagen

Corinna Merzyn VBPDer Verband Privater Bauherren (VBP) ist seit 40 Jahren eine deutsche Vereinigung von Bauherren für Bauherren für Wohnbauten.
Aus unserer langjährigen Erfahrung ist es in den allermeisten Fällen eine große Diskrepanz zwischen einem professionellen Verkaufsgespräch und den dann folgenden schon eher lückenhaften Planunterlagen und schließlich einer davon erneut abweichenden Ausführung auf der Baustelle, die im Schlüsselfertigmarkt zu teuren Baumängeln führt.

Bauherren sind skeptisch gegenüber Lüftungsanlagen

Mit was für Fragen bezüglich Lüftungsanlagen wenden die Bauherren an Sie?

Über kurz oder lang werden wir um Lüftungsanlagen möglicherweise nicht mehr herumkommen, denn unsere Häuser werden immer dichter. Aber Bauherren haben die Wahl, wie sie Energie sparen und ihr Haus ausstatten. Diese Wahl sollten sie bewusst treffen.

Das geht nur, wenn sie sich gut auskennen oder sich unabhängige Fachleute an die Seite holen, und wenn sie selbst Einfluss auf die Planung nehmen können. Da heute 90 Prozent schlüsselfertig bauen, werden ihnen die meisten Entscheidungen aus der Hand genommen. Dann sollten sie aber zumindest wissen, was der Schlüsselfertiganbieter ihnen einbaut. Kommen unsere Bauherren frühzeitig zu uns, entdecken unsere Berater schon bei der Prüfung der Vertragsunterlagen, ob überhaupt eine Energie- und Lüftungsplanung vorliegt und ob diese zu den Bedürfnissen der Bauherren passt oder nach Schema-F und ohne Rücksicht auf Kosten und Gebrauchsfreundlichkeit zusammengeschustert wurde. Vor allem aber entdecken wir oft, dass in der Ausführungsphase nicht das eingebaut wird, was vorher versprochen wurde – dann sind möglicherweise sogar die Fördermittel in Gefahr, wenn es welche gibt. Beides ist leider oft der Fall.

Außerdem ärgern sich Bauherren auch über den Lärm, den viele Anlagen nach unsachgemäßem Einbau produzieren. Zusammen mit den Wärmepumpen, die nun überall eingebaut werden, schaffen wir einen völlig neuen Lärmteppich, der uns in einigen Jahren zu schaffen machen könnte.

Nutzer wünschen anwenderfreundliche, robuste Haustechnik

Was wünschen Sie – als Sprecher der Bauherren bezüglich Lüftungsanlagen?

Haustechnik ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits haben wir in Deutschland technologisch hochklassige Dinge entwickelt, anderseits taugt nicht jedes Gerät für den Einsatz im Privathaus. Was nutzt es, wenn ich meine Heizung smart von unterwegs übers Handy regeln kann, für jedes Reset aber einen teuren Experten rufen muss. Auch Datenschutz und Systemsicherheit bleiben noch ungeklärt. Wir plädieren für anwenderfreundliche und vor allem im Wohnhausbereich auch technisch robuste Haustechnik. Es ist nicht zumutbar, wenn Bauherren oder Mieter bei jeder Frage zu Steuerung oder Wartung Fachleute holen oder Lehrgänge absolvieren müssen, damit sie ihre Haustechnik richtig bedienen können. Auch komplizierte Wartungsarbeiten oder häufige Wartungsintervalle sind kontraproduktiv, weil Bauherren keine Zeit mehr dafür haben. Manches Gerät wird dann selten oder gar nicht gewartet. Folglich läuft es nicht effizient und verschleißt frühzeitig.

Wir plädieren eindeutig für robustere, bedienerfreundliche Systeme. Stattdessen wird hier immer weiter aufgerüstet. Wir plädieren auch für mehr Suffizienz! Seit 1990 ist die Wohnfläche der Deutschen pro Kopf um rund 25 Prozent auf 47 Quadratmeter gestiegen. Das ist schön, aber all dieser Platz muss geschaffen, gebaut, beheizt und schließlich wieder entsorgt werden. Wir könnten hier viel Energie und Emissionen (und Geld!) sparen, wenn wir die Wohnfläche pro Person auf rund 30 Quadratmeter reduzierten. Das schlüge mit einer Ersparnis von 15 Prozent zu Buche – und zwar sowohl beim Energieverbrauch als auch bei den Treibhausgasen.

pdf>> zum gesamten Interview als Auszug aus dem EnEV-Dossier

>> zur gesamten Publikation EnEV-online Dossier zur kontrollierten Wohnungslüftung, inkl. pdf Download

 

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